Sonntag, 3. Juni 2012

bilderwelten...

schaubild...kunstbild...selbstbild...fotografien...alle möglichen motive, formate, ideen...dieser sonntag ist fotosonntag...und wer es letzten donnerstag bei strömenden regen nicht zur vernissage geschafft hat, kann sich noch heute zum letzten mal, von zwei bis acht uhr, in den berliner uferhallen die arbeiten der 27 absolventen des renommierten lette-vereins im fachbereich fotodesign anschauen...52° 29′ N 13° 20′ O ist titel der ausstellung und gleichzeitig standort des lette-vereins in berlin schöneberg...die koordinaten bezeichnen ebenso den kristallisationspunkt dieses lebens- und entwicklungsabschnitts der absolventen in den letzten drei jahren...umso erstaunlicher, dass man die arbeiten in einem ganz anderen teil der stadt zeigt...ist das die lossagung vom institut, eine abnabelung von den lehrenden...wollen die absolventen nun ihre eigenständigkeit demonstrieren...wäre ja eigentlich ein toller gedanke...aber es lassen sich, wenn in diesem jahr auch nicht besonders viele, wirklich spannende junge talente finden...mir haben drei außerordentlich gut gefallen...leifur wilberg orrason, markus koppe und feline fink...und wer keine lust auf wedding und uferhallen hat, der kann sich die arbeiten auch hier ansehen...



...denn schließlich gibt´s auch im c/o berlin einiges an fotografien zu sehen...allerdings hat man für die bilder von larry clark noch bis zum 12. august zeit, aber man kennt das ja...plötzlich ist die ausstellung vorbei...und man war nicht da...zur eröffnung am letzten freitag waren fast alle da...eröffnungen im c/o berlin sind ja immer echt´n großes ding, wahrscheinlich weil man sich dann auch die zehn euro eintritt spart...ob sich die zehn euro lohnen, das müsst ihr selbst herausfinden...gezeigt werden zwei krasse bilderzyklen: tulsa von 1963 und teenage lust aus den frühen siebzigern...clark, berühmt geworden mit dem film kids, dokumentiert radikal-realistisch den alltag amerikanischer teenager jenseits bürgerlicher moralvorstellungen...seine themen sind: jugendliche schönheit, offen gelebte sexualität und drogen...konkret heißt das: heroinabhängige beim fixen, hippies beim ficken und möchtegern revoluzzer beim spielen zu beobachten...und dazwischen immer wieder schwänze, schwänze, schwänze...eigentlich gar nicht schlecht...und der rezipient wird nicht nur zeuge, sondern zum voyeur...clark beschämt den betrachter und versucht ihn zum mittäter zu machen...ein bißchen wird einem übel, wegen des schlechten gefühls...umso schöner, dass oben im großen turnsaal noch die arbeiten von rafal milach warten...
PAUL

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