gibt´s in berlin nur noch bis morgen zu sehen...beinahe wäre mir genau das passiert vor dem ich neulich gewarnt hatte...die ausstellung wäre weitergezogen, ohne dass ich nur ein einziges bild gesehen hätte...aber einer der besten hat mich am mittwoch beim kinogruppentreffen daran erinnert...ihm sei gedankt...denn so bin ich gestern zwar ziemlich abgekämpft durch den martin-gropius-bau geschlichen, habe aber eine sehr lebendige ausstellung über die kunststadt los angeles erlebt...los angeles als kunststadt? ja das wusste ich vorher auch nicht...um so begeisterter war ich...wirklich...die ausstellung "pacific standard time" würdigt eine kunstszene, die fern ab von new york und der europäischen avantgarde zwischen american dream (vom tellerwäscher zum millionär) und gesellschaftskritik wild experimentierte...und eben zeigt, dass los angeles mehr als nur film-hauptstadt ist, mehr als nur hollywood und traumvillen zu bieten hat...die wunderbar in den architektur-fotografien von julius shulman dokumentiert sind...schwebende gläserne bungalows, fließende innenräume, luftige möbel...die fotografien zeigen einen optimistischen modernismus einer gesellschaft, die in der nachkriegszeit zu wohlstand gekommen ist...alles wirkt so frei...und selbst plant man nach genau diesen vorgaben sein eigenes kleines feines domizil...ich liebe diese architektur und beim betrachten der bilder entflieht man ganz der gegenwart...und natürlich ist da noch das berühmte bigger splash von david hockney, womit die ausstellung auf ihren plakaten in der ganz stadt wirbt...der blaue himmel...der swimmingpool...die locker getupften wasserspritzer...ein unsichtbarer schwimmer...der vielleicht eben noch am poolrand die sonne genossen hat...seinen gestählten körper knusprig braun werden lässt und jetzt nur eben eine abkühlung sucht...all die verheißungen, die sich mit dieser stadt verbinden...sind hier zu sehen...schon zu pubertätszeiten hatte ich dieses bild immer und immer wieder ausgeschnitten und in kleine büchlein oder oberhalb meines schreibtischs in blickhöhe geklebt...diese sehnsucht...umso schöner war das gefühl, dieses bild im original zu betrachten...das war ne gänsehaut!!!...aber neben den bekannten namen wie eben hockney, ed ruscha oder dennis hopper habe ich auch mir ganz unbekannte künstler entdeckt...zum beispiel james turell, der mit der unglaublich schönen lichtinstallation stuck red and stuck blue vertreten ist oder die bestechenden hard-edge-bilder von john mclaughlin...also um diese ausstellung kommt man nicht herum und es bleiben euch noch heute und morgen...nutzt die gelegenheit...auch weil die ausstellung eine dokumentarische aufarbeitung mit archivfilmen, interviews, briefen, plakaten, fotos und zeitungen von unzähligen konzeptuellen, feministischen und aktionistischen bewegungen bietet, die den spirit der 1960er- und 70er-jahre erfahrbar machen...das muss man sehen...echt jetzt!!!
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| julius shulman |
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| ed ruscha |
PAUL


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