Montag, 11. Februar 2013

off the beaten track...

seit gestern präsentiert die galerie nolan judin anlässlich der berlinale die video­installa­tion magnifi­cent obsession – the love affair between movies and lite­r­ature des schweizer cinéasten und künstlers matthias brun­ner...wer also dem ganzen berlinale trubel mal kurz oder auch länger entkommen möchte, der findet bei nolan judin den passenden gegenpol...ansonsten kann man auch mal morgens viertel vor neun am berlinale palast vorbei gehen...da bietet sich einem ein surreales bild...absperrgitter, übertragungswagen, roter teppich, scheinwerfer, bilder auf der leinwand...aber kein einziger mensch...wirklich verrückt...denn man hört zwar worte des sprechers des beitrags auf der leinwand...aber gesprochen wird ins leere...an niemanden gerichtet, denn es ist ja keiner da...bei brunners videoinstallation magnifi­cent obsession erinnert die sprache des films selbst an dessen ruhigen und unaufgeregten ursprung, nämlich an das wort...wir bekommen eine sinnrei­che und sinnli­che kom­pi­la­tion von clips aus 36 meis­ter­werken des europäi­schen und ame­rika­ni­schen kinos der 50er- und 60er-Jahre in vier­fach­projek­tion zu sehen...diesen szenen gemeinsam ist die flucht in die literatur...manchmal versteckt, manchmal ganz offensichtlich...brunner verweist auf den ursprung des mediums film, welches ja klar beim wort liegt, indem er szenen aus bekannten literaturverfilmungen zeigt oder aber in denen er das wort an sich zum gegenstand macht...daher scheint es nur konsequent gewesen zu sein, dass nolan judin die eröffnung fernab aller abendveranstaltungen rund um die berlinale an einem sonntagnachmittag als matinée eröffnete...also nichts wie hin...die galerieräume sind vom berlinale zentrum fußläufig zu erreichen...denn im som­mer 2011 bezog nolan judin die auf­wendig aus­gebaute ehema­lige dru­ckereihalle des „tages­spie­gel“ an der potsda­mer strasse 83...und wer dann zur ruhe gekommen ist, der sollte noch einen kleinen spaziergang in die bülowstraße 18 machen...und hier vor allem die räumlichkeiten der galerie beachten...denn hier finden in der priva­ten atmosphäre einer zum wohn- und atelier­haus umgebau­ten shell-tankstelle aus den frühen 50er-jahren ebenfalls aus­stel­lun­gen statt...stadtspaziergänge lohnen sich immer...!



PAUL

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen